Mittwoch, 10. März 2010

liegen bleiben

Menschen kreuzen meinen Weg,
Obwohl ein jeder steht
Still.
Keine Bewegung,
Keine Belebung der Toten.

Ich frage mich ob ich wach bin
Oder ob ich träume
Ob ich stehe oder gehe,
Durch belebte Räume

Ich sehe wie alle,
Wenn ich zu Boden falle,
Sich dann von mir weg drehn,
Sich Umsehn,
Heiter von hier fort gehn.

Ich bleibe liegen
Betrachte weiße Wolken
Am Himmel fliegen
Sie vorbei

Ich bin dabei
Damit es so sei
Dass ich werden kann
Was es so noch nie gab

Weil ein teil von mir lag
Nicht bloß rum und hat
in den Himmel geguckt,
hat vom Leben gegessen, wurde schnell satt.

Mittwoch, 3. März 2010

Wirsche gedanken am Abend

Viel zu oft wohne ich in dir
Wie ein parasitäres Tier
So lebt nun eins für zwei
Hochmut macht selten frei.

Wärst du mal so klein, wie ich es nie war
So wär ich nicht so rau sondern glatt,
Am Träume Baum, der aus dir wächst
Ein einzelnes Eichenblatt

Ich bin hier und doch nicht da
Du bist da und doch nicht hier
Meine Liebe nah bei mir

Sehend in derer Blinden Schar,
Bestehend aus mindestens vier
Bleiben wir einfach hier

Montag, 1. März 2010

Café

Schwarz sind deine Augen,
Grau die Asche der Zigarette in meiner Hand
Ich frage mich, wo ich dich fand.
Du sagst, Ich soll dir glauben,

...Es war am Strand.

Die Sonne schien und Möwen in der Luft,
Zusammen mit salzigem Meeresduft.
Es war alles so warm und hell
Die Zeit verging so rasend schnell.

In dem café in dem wir sitzen
Erinnert nichts an diese Zeit.
Sie fragt mich: "Bist du bereit?"
Ich denke mir "wie kann ichs sein.."

Zu dunkel ists nun, im Licht dieser Tage
Die Ohnmacht des Lebens,
Schmerz in meiner Brust.


Ich zahle, ziehe meinen Mantel an und geh
Tief in mir bin ich schon weg, zurück an der See.

Reise

Ich stelle mir vor, jedes Leben ist wie eine Schneekugel. Und die Welt ist ein Raum, der voll gestellt mit diesen Schneekugeln ist. Es sind Millionen von Regalen mit Milliarden von Schneekugeln voll gestellt. wenn nun eine dieser Schneekugeln von einer anderen verdrängt wird, fällt sie zu Boden, zerbricht, das Leben endet. Sie sind schön anzugucken, diese Schneekugeln. Aber im grunde doch nur Staubfänger... kleine, runde, gläserne Staubfänger.

Manchmal fühle ich mich, als ob meine Kugel einen Riss hätte, durch den beständig Wasser und kleine Plastik-Schneeflocken tropfen. Mein Schneekugel-häuschen liegt verlassen mitten in der Einöde. niemand kümmert sich um es.

Ich wäre dafür zuständig, doch es ist mir egal, und so verfällt es langsam.

Wenn Freunde zu besuch kommen, ist kurzzeitig der Glanz vergangener Zeiten in dem Haus zu sehen, man kann ahnen, was für ein Palast es einst war. Doch diese Besuche sind kurz, und von daher gibt es nichts, was die Hütte, die einst ein Palast war,

wieder zu ihrer alten Herrlichkeit aufbauen kann.

Ich sitze am Fenster meines Schneekugel-hüttchens und denke an vergangene Tage.

Ich erschlage im schwarzen Turm die Bestie, rette die Prinzessin, reite mit ihr auf meinem Zauberpferd davon, in den Sonnenuntergang.

Ich werfe meine Waffen davon, sie werden nicht mehr gebraucht. Der Weg, den ich nun gehe, bedarf ihrerer nicht. Das Pferd galopiert. Ich blicke in den Himmel und sehe einen Raben weit über mir fliegen.

Aasvogel. Er weiß, wo er beute machen wird. Ich werfe die Prinzessin ab. sie schreit, ich reite. Die Landschaft verändert sich, eben noch in einem dunklen Wald, finde ich mich nun in einer Wüste wieder. Ich werfe die Prinzessin ab. sie schreit, ich reite. Ich muss dem Raben einen Tribut zollen, sonst werde ich sterben, denke ich.

Am Horizont hebt sich ein dunkles Kliff von der restlichen Einöde ab. Das ziel ist nah.

ich reite schneller, erreiche den Fuß des Berges. ein ausgetretener Pfad führt gewunden zu der Spitze des Felsens. Dort oben wird es sein. ich steige ab, blicke in die schwarzen Augen meines Pferdes. es sieht erschöpft aus. der Pfand sieht trostlos aus, denke ich mir als ich los gehe.

Ich drehe mich um, doch von dem Pferd ist nicht mehr da, als ein weißes Skelett. Nur noch ich bin übrig. Soviel zeit ist vergangen, an mir ist sie spurlos vorüber gezogen.

Schatten umfängt mich, als ich beginne zu laufen. auf der Spitze des Berges thront ein gewaltiger Palast. Der Eingang steht offen, modrige Luft weht aus dem inneren.

Ich trete ein. Hierbleibe ich, denke ich mir und lege mich in das gewaltige Bett. Dunkelheit umschließt meinen Geist.

Ich lächele, obgleich dies die einzige schöne Erinnerung ist, die ich in meiner Hütte habe.

Doch muss ich nun fort, am Ende des Pfades wartet mein Pferd auf mich. "Müsstest du nicht eigentlich zu staub zerfallen sein?" flüstere ich ihm ins Ohr. Es wiehert. Ich steige auf und reite, reite. Ein tag vergeht, eine Nacht, ein Monat, ein Jahr, ein Jahrhundert.

Da stoße ich auf etwas, das ich noch nie gesehen habe: eine durchsichtige Scheibe durchschneidet das Land, hinter ihr liegt Finsternis.

das Pferd galoppiert darauf zu, es weiß, das dies das Ende der Reise ist.

Wir prallen gegen die Scheibe...

Die Schneekugel in Regal 137a523, Fach 7456 kippt, fällt und zersplittert auf dem Boden.